02 Die Gesichter hinter den Prüfungen
Was macht die AKI-Begutachtung so besonders?
Die Begutachtung von außerklinischer Intensivpflege ist eine komplexe und verantwortungsvolle Aufgabe. Sie erfordert besonderes Fachwissen und viel Teamarbeit – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Besuche bei den Versicherten vor Ort werden im Tandem durchgeführt. Eine ärztliche und eine pflegerische beziehungsweise medizinische Begutachtungsfachkraft arbeiten dafür zusammen. Sowohl medizinische als auch pflegerische Perspektiven können so in die Begutachtung eingebracht werden. Bei Widersprüchen begutachtet anstelle der pflegerischen beziehungsweise medizinischen sogar noch eine zusätzliche ärztliche Fachkraft, um vor Ort eine fundierte und gerechte Entscheidung treffen zu können. Dieses Vorgehen sichert die hohe Qualität der Gutachten ab.
Tandem an der Spitze
Geleitet wird die im Geschäftsbereich Medizin angesiedelte Abteilung „Zentrale Begutachtung Hilfsmittel und Außerklinische Intensivpflege“ (M-13) von Edith Alarcon-Drüge und Dr. Ina Jovanovic. Unterstützung erhalten die beiden aus dem Geschäftsbereich Fachservice. Dort steht mit Dr. Yvonne Käutner-Nagel eine Referentin zur Verfügung. Gemeinsam leisten die drei mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der außerklinischen Begutachtung.
Hintergrundinformationen zum Führungsteam AKI
Hintergrundinformationen zum Führungsteam AKI
Dr. med. Ina Jovanovic ist Fachärztin für Thoraxchirurgie und für Innere Medizin mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Bis Ende 2020 war sie im stationären Versorgungsbereich tätig, unter anderem an der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim, am Bethel Krankenhaus Berlin und in der Lungenklinik Heckeshorn. Seit 2021 ist Ina Jovanovic beim Medizinischen Dienst. Zunächst ging sie halbtags noch einer Tätigkeit in einer allgemein-internistischen Hausarztpraxis mit Schwerpunkt Pneumologische Krankheitsbilder nach. Zum 01.03.2025 übernahm sie in Vollzeit die stellvertretende Leitung der Abteilung Zentrale Begutachtung Hilfsmittel und Außerklinische Intensivpflege.
Edith Alarcon-Drüge ist Fachärztin für Thoraxchirurgie mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und war über zehn Jahre lang in der Lungenklinik Heckeshorn (Helios Klinikum Emil von Behring) tätig. Im Medizinischen Dienst Berlin-Brandenburg arbeitete sie zunächst als ärztliche Gutachterin, später als Regionalleitung. 2020 übernahm sie die Abteilung Zentrale Begutachtung Hilfsmittel und Außerklinische Intensivpflege. Edith Alarcon-Drüge trägt die Zusatzbezeichnung Sozialmedizinerin.
Dr. med. Yvonne Käutner-Nagel ist Fachärztin für Anästhesiologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin. Von der Berliner Ärztekammer ist sie auch als Peer Reviewerin für Intensivmedizin benannt. Zwischen 2003 und 2021 war Yvonne Käutner-Nagel in der stationären Versorgung als Oberärztin am Charité Campus Benjamin Franklin und am St. Gertrauden-Krankenhaus tätig. Sie kam 2021 zum Medizinischen Dienst Berlin-Brandenburg und ist seit 2024 Fachreferentin für die Themen Außerklinische Intensivpflege und Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV).
Mit gemeinsamer Arbeit ans Ziel
Hinter allen Prüfungen und Gutachten des Medizinischen Dienstes stehen Menschen. Gerade die Begutachtung von schwerstkranken Menschen, teilweise im Kindesalter, kann emotional und aufwühlend sein.
In unserem Dienst nimmt eine engagierte und hochqualifizierte interdisziplinäre Abteilung diese verantwortungsvolle Aufgabe wahr. Das ärztliche Team besteht aus erfahrenen Gutachterinnen und Gutachtern verschiedener Fachbereiche: Anästhesie, Intensivmedizin, Innere Medizin, Kardiologie, Pädiatrie, Neurologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Chirurgie. Diese disziplinenübergreifende Expertise ist entscheidend, um den unterschiedlichen medizinischen Anforderungen und individuellen Situationen der Versicherten gerecht zu werden und eine fundierte Beurteilung der Fälle zu gewährleisten. Viele der Kolleginnen und Kollegen tragen die Zusatzbezeichnung Sozialmedizin und Palliativmedizin.
Zusätzlich finden regelmäßige interdisziplinäre Fallbesprechungen und Nachbesprechungen statt, an denen das gesamte Team teilnimmt. Dort werden vor allem hochkomplexe und teilweise strittige Fälle intensiv besprochen. Das Wissen aller vertretenen Fachdisziplinen kann so in die Beratung einfließen. Stets wird dabei der gesamte Kontext der Begutachtung berücksichtigt und der individuelle Fall anhand der Richtlinien und der Begutachtungsanleitung bewertet.
Nachbesprechungen im Team dienen aber nicht nur der fachlichen Reflexion. Sie sind auch als Supervision für die Gutachterinnen und Gutachter gedacht, um sie emotional zu erleichtern und im Umgang mit belastenden Situationen zu stärken.
Wichtige Arbeit im Hintergrund
Unterstützt werden die Gutachterinnen und Gutachter von zwei Sekretärinnen und zwei Assistenzkräften, die sich um die organisatorische Planung der Hausbesuche in Berlin und Brandenburg kümmern. Die logistische Herausforderung von jährlich etwa 1.650 Begutachtungen ist hoch. Die Besuche müssen präzise organisiert und verwaltet werden – sowohl in der Großstadt Berlin als auch an den Rändern des Flächenlandes Brandenburg. Zugleich müssen oft weitere Termine und Dienstreisen, zum Beispiel für den Besuch von wissenschaftlichen Kongressen oder die Teilnahme an Arbeits- und Fachgremien, koordiniert werden. Die Assistenzen und das Sekretariat spielen hinter den Kulissen eine entscheidende Rolle, dass alle Abläufe der Abteilung reibungslos funktionieren.
Interview mit Dr. Ina Jovanovic
"Stimmen aus dem Dienst" - Podcast mit Dr. Ina Jovanovic
Volltext-Alternative zum Audio: Podcast mit Sinah Sidonie Jakobeit und Dr. Ina Jovanovic