Sozialmedizinische Fortbildung für Ärztinnen, Ärzte und weiteres medizinisches Fachpersonal
Einladungstext
Wir laden Sie herzlich ein, an unserer Fortbildung zum Schwerpunkt
"Psychedelika - Möglichkeiten und Grenzen psychedelischer Substanzen in der Behandlung psychischer Erkrankungen"
teilzunehmen.
Therapieresistente Depressionen – ein drängendes medizinisches Problem
In Deutschland sind rund 9,5 Millionen Menschen von Depressionen betroffen, und bei 15 - 25 % der Erkrankten kommt es zu einer Chronifizierung. Ein erheblicher Anteil spricht nicht auf Standardtherapien an – man spricht dann von therapieresistenter Depression. Diese Patientengruppe ist besonders vulnerabel und benötigt neue Behandlungsansätze.
Warum Psychedelika aktuell im Fokus stehen
Psychedelische Substanzen wie Psilocybin gewinnen in der Forschung zunehmend an Bedeutung, weil sie neue therapeutische Optionen eröffnen könnten. Insbesondere bei therapieresistenter Depression zeigen erste Studien vielversprechende Ergebnisse: Sie deuten darauf hin, dass Psilocybin nicht nur die Symptomlast reduzieren, sondern auch neue neurobiologische Mechanismen aktivieren kann, die mit herkömmlichen Antidepressiva nicht erreicht werden.
Prof. Dr. Gerhard Gründer, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der OVID Clinic Berlin sowie Leiter der Abteilung Molekulares Neuroimaging des Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim, wird als einer der führenden Experten auf diesem Gebiet die aktuelle Evidenzlage vorstellen, das Sicherheitsprofil beleuchten und erläutern, welche Chancen und Herausforderungen sich bei der Implementierung dieser Therapie in die klinische Praxis ergeben.
Sozialmedizinische Perspektive
Als Medizinischer Dienst betrachten wir nicht nur die Wirksamkeit neuer Therapien, sondern auch deren Auswirkungen auf die Versorgung und die Gestaltung des Gesundheitssystems. Gerade deshalb sind wir sehr interessiert an innovativen Therapieansätzen, die für Patientinnen und Patienten mit bislang unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten neue Chancen eröffnen und Versorgungslücken schließen.
Dr. med. Ernst Seiffert, Leitender Arzt des Medizinischen Dienstes Berlin-Brandenburg, wird die sozialmedizinische Einordnung psychedelischer Interventionen vornehmen. Dabei geht es um Fragen der Indikationsstellung, die stationäre Behandlungsnotwendigkeit sowie arzneimittelrechtliche Aspekte – zentrale Punkte für die Integration dieser neuen Therapieformen in die Regelversorgung.
Kritische Perspektive und Therapiealternativen
Neben den Chancen müssen auch die Grenzen und Risiken neuer Ansätze klar benannt werden. Prof. Dr. med. Tom Bschor, renommierter Psychiater, Vorstandsmitglied der Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie (BGPN) sowie Ordentliches Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und dort Sprecher der AG Psychiatrie, wird die Position psychedelischer Therapien im Kontext bestehender Therapiealgorithmen kritisch beleuchten. Dabei geht es um die Frage, wie sich diese Verfahren in die evidenzbasierte Versorgung einfügen und welche Alternativen weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
Abschließend diskutieren alle Referenten gemeinsam mit Ihnen: „Chancen, Risiken und offene Fragen – Was bedeutet das für die Praxis?“
Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit führenden Fachleuten auszutauschen und einen fundierten Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und Praxis zu gewinnen.
Das Fortbildungsangebot richtet sich an die ärztlichen Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes und alle interessierten ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, die in Berliner und Brandenburger Krankenhäusern sowie in der Niederlassung tätig sind.
Wir freuen uns auf Sie und einen regen Austausch mit Ihnen!
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Axel Meeßen, Vorstandsvorsitzender und Leitender Arzt des Medizinischen Dienstes Berlin-Brandenburg
Eine Zertifizierung mit CME-Punkten wurde bei der Ärztekammer Berlin beantragt.
Eine Zertifizierung mit Fortbildungspunkten für examinierte Pflegekräfte wurde bei der "RbP - Registrierung beruflich Pflegender GmbH" beantragt.
Programm
| 17:00 Uhr | | | Begrüßung und Einführung in das Thema Psychedelika in der Medizin – Relevanz und Perspektiven heute Dr. med. Axel Meeßen, Vorstandsvorsitzender und Leitender Arzt des Medizinischen Dienstes Berlin-Brandenburg |
| 17:15 Uhr | | | Psilocybin bei therapieresistenter Depression: klinische Evidenz, Sicherheitsprofil und Implementierungsperspektiven Prof. Dr. Gerhard Gründer, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor OVID Clinic Berlin sowie Leitung Abteilung Molekulares Neuroimaging, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI), Mannheim |
18:15 Uhr | | | Sozialmedizinische Aspekte psychedelischer Interventionen Dr. med. Ernst Seiffert, Leitender Arzt des Medizinischen Dienstes Berlin-Brandenburg |
18:30 Uhr | | | Pause mit Imbiss |
| 18:30 Uhr | | | Behandlungsalgorithmen der therapieresistenten Depression: Position psychedelischer Substanzen Prof. Dr. med. Tom Bschor, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Universitätsklinikum Dresden sowie Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft |
| 19:30 Uhr | | | Diskussion mit allen Beteiligten Moderation: Dr. med. Axel Meeßen, Leitender Arzt des Medizinischen Dienstes Berlin-Brandenburg |
| 20:00 Uhr | | | Verabschiedung |