Was im Bereich der Zulassung von neuen Arzneimitteln bereits Standard ist, wird seit 2025 auch für die anschließende Nutzenbewertung von Medikamenten und anderen medizinischen Verfahren schrittweise etabliert: Die gemeinsame Bewertung auf europäischer Ebene, kurz EU-HTA oder European Health Technology Assessment, auch Joint Clinical Assessments, JCA, genannt.
Anfang 2025 fiel der Startschuss mit den Bewertungen für onkologische Wirkstoffe und Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMPs). Ab 2026 werden auch ausgewählte Medizinprodukte mit hohem Risiko europaweit bewertet werden. 2028 kommen Arzneimittel für seltene Erkrankungen hinzu und ab 2030 sollen alle neu zugelassenen Arzneimittel auf europäischer Ebene gemeinsam bewertet werden.
Das IQWiG ist in der EU die größte der nationalen HTA-Organisationen und spielt daher in den Prozessen eine wichtige Rolle. IQWiG-Chef Thomas Kaiser erklärt in der aktuellen Folge des IGeL-Podcast das Vorgehen bei den EU-HTAs, welche besondere Rolle das IQWiG dabei spielt, was dies für die nationale Entscheidungsebene, die Festsetzung der Preise und die Erstattung durch die Krankenkassen bedeutet.
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Marcus Anhäuser
Medizinjournalist und Redakteur IGeL-Monitor
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