Eine freiberufliche Pflegekraft berichtet

Sie finden die Gutachtertätigkeit interessant und haben Interesse an einer Tätigkeit auf Honorarbasis?

Marlen Frieske ist Pflegefachkraft und arbeitet als Intensivpflegerin in einem Klinikum im Landkreis Oder-Spree. Seit einigen Jahren ist sie darüber hinaus als freiberuflich pflegefachliche Gutachterin für den Medizinischen Dienst Berlin-Brandenburg tätig. Mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden ist sie im Krankenhaus beschäftigt. An den freien Tagen führt sie Pflegebegutachtungen in freiberuflicher Tätigkeit durch.


Frau Frieske, Sie sind seit vielen Jahren als freiberufliche Pflegegutachterin für uns tätig. Was hat Sie an dieser Tätigkeit interessiert?

Sicherlich in erster Linie, dass es sich hierbei um eine berufliche Tätigkeit handelt, bei der ich sowohl von meiner Erfahrung als langjährig tätige Krankenschwester im Intensivbereich profitieren kann, als auch die Neugier hinsichtlich der Frage „Wie geht es nach der Krankenhausentlassung weiter?“.

Welche Erwartungen hatten Sie an den Medizinischen Dienst?

Ich arbeite im Krankenhaus in Teilzeit. Beruf und Familie kann ich mit der Tätigkeit als freiberufliche Gutachterin gut verbinden. Vor allem meine absolute Zeitsouveränität - also die Freiheit hinsichtlich der Entscheidung - "möchte ich Begutachtungsaufträge erhalten, in welchem Umfang und zu welcher Zeit möchte ich arbeiten" - hilft mir. Diese Erwartungen werden beim Medizinischen Dienst Berlin-Brandenburg voll erfüllt.


Wie verlief Ihre Einarbeitung konkret?

Zuerst wurde mir Material zum Selbststudium zur Verfügung gestellt, um mich strukturiert auf die theoretischen Fragen vorzubereiten. Die Praxisanleitung erfolgte durch begleitete Hausbesuche. Im weiteren Verlauf erfolgten Hausbesuche ohne Begleitung mit anschließender Fertigstellung der Pflegegutachten und Supervision. Mindestens weitere drei Monate wurden dann sämtliche Gutachten vor der Freigabe gegengelesen, um korrekte Produkte zu erstellen.


Wie bilden Sie sich heute weiter?

Eine Informationsweitergabe zu beispielsweise neuen gesetzlichen Regelungen, Veränderungen und sonstigen Neuigkeiten erfolgt per E-Mail durch den Regionalleiter Pflege für externe Pflegegutachter, sodass ich immer auf dem aktuellsten Stand bin. Darüber hinaus erhalte ich auch Informationen zu Weiterbildungsangeboten und entscheide dann selbst, welches Wissen ich mir aneignen möchte.

Welche positiven Erfahrungen machen Sie bei den Pflegebegutachtungen?

Ganz klar erfährt man eine Art von Belohnung durch Dankbarkeit seitens der Versicherten oder der Pflegepersonen. Durch Beratung zur Optimierung der Pflege, der Nutzung von Hilfsmitteln u. ä. kann ich oft Ängste und Überforderungsgefühl nehmen. Manchmal vorkommende negative Erwartungshaltungen gegenüber Gutachtern des Medizinischen Dienstes kann man durch freundliches und kompetentes Auftreten widerlegen.


Was ist herausfordernd?

Herausgefordert wird ganz klar die eigene soziale Kompetenz. Gelegentlich ist eine Deeskalation bei überhöhten Erwartungen seitens der Versicherten oder deren Pflegepersonen nötig. Auch bin ich mit ganz unterschiedlichen Menschen und sozialen Umständen konfrontiert. Und ich bin gefordert, jederzeit die Neutralität gegenüber den Versicherten zu wahren.

Welche Erwartungen haben Sie zukünftig an den Medizinischen Dienst?

Ich wünsche mir, dass es bei den leistungsgerechten Honoraren bleibt. Ferner schätze ich die kompetenten, und zugewandten Ansprechpartner, denen ich im MDK begegne. Bleiben soll es auch bei der Flexibilität sowie der Verlässlichkeit bei Auftragsvergabe und Koordination des Miteinanders.

Vielen Dank für dieses Gespräch über Ihre Erfahrungen als freiberufliche Pflegegutachterin für den Medizinischen Dienst​​​​​​​ Berlin-Brandenburg.